Chinese Nightmare before Christmas (DE)

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Wir befinden uns gerade irgendwo zwischen den Weihnachtsfeiertagen und dem Ende des gregorianischen Kalenderjahres. Keiner weiß so recht, welcher Tag gerade ist. Nur die Wiedereröffnung der Geschäfte lässt erahnen, dass zumindest die erste Völlerei der Feiertage vorbei ist und die Menschen sich langsam wieder in Bewegung setzen. Die vermeintlich besinnlichste Zeit des Jahres wird oft zur gestresstesten aber ich will euch jetzt die Gefühlsduselei, ob und warum der eigentliche Grund des Weihnachtsfestes in vielen Kreisen schon längst nicht mehr im Vordergrund steht, in diesem Blog ersparen.

Den treuen Lesern (und wie ich überraschenderweise immer wieder höre, gibt’s da doch vereinzelt welche) bin ich nämlich selbst noch eine Geschichte ausständig. Auch wenn einige sie in den letzten Tagen schon mündlich von mir überliefert bekommen haben (diejenigen Glücklichen sind auch herzlich eingeladen direkt zum zweiten Teil zu skippen), gibt es vielleicht doch den ein oder die andere die noch nicht gehört haben, wie ich mich zu Weihnachten um fast 40.000€ aus China freikaufen musste. (Übrigens vermutlich mein meistgesagter Satz der vergangenen Woche!)

Ein bisschen angeteasert hab ich sie ja schon aber gleich vorweg als Disclaimer: da es sich ja um eine Weihnachtsgeschichte handelt, geht es am Anfang eher ein wenig ungeheuerlich zu, allerdings wird es tatsächlich ein Happy End geben. Vielleicht den ein oder anderen Plottwist und, so wahr ich Philosophbear heiße, auch das ein oder andere Häufchen Knowledge.

Aber ich will ganz von vorne anfangen, bei dieser wilden Fahrt, die diese letzten vier Monate im Endeffekt waren. Wer schon im letzten Jahr mitgelesen hat, erinnert sich vielleicht noch an meinen (zumindest geglaubt) milden Fahrradunfall im Vorjahr. Lange habe ich nichts von dem Herren, der bei dem Unfall zu Sturz gekommen war, gehört. Ich dachte, die Sache wäre vielleicht bereits Schnee von gestern. Aber wer schon einmal einen Winter in Beijing überstehen durfte, weiß, dass es ob der Trockenheit im Winter nur verdammt selten schneit. Als ich also im vergangenen, deutlich feuchteren August – also fast ein ganzes Jahr nach dem Unfall (für die Blitzgneißer unter euch) – wieder in Beijing gelandet war, um mein zweites Jahr an der BSB zu starten, erwartete mich schon die erste Hiobsbotschaft in Form einer e-Mail jener Kollegin, die  mir damals beim Unfall zur Seite stand. Es sei ein Brief vom “Chaoyang District People’s Court” bezüglich des Unfalles auf dem Weg zur Schule, Inhalt nicht weiter bekannt. Also abwarten und chinesischen Jasmintee trinken (weil ich sitz ja Gott sei Dank an der Quelle).

Fast forward, gut eineinhalb Monate später, wir schreiben Ende September: Anruf bei besagter Kollegin vom Gericht. Da ich mich geweigert hätte, den Brief in Empfang zu nehmen und auch keine Anrufe beantwortet hätte, habe ich in einer Woche vor Gericht zu erscheinen um den Gerichtsbrief vorgelesen zu bekommen. Na Bumm. Da mir der Brief nie persönlich zugestellt wurde und, wie sich später herausstellte, in meiner Telefonnummer eine 1 fälschlicherweise als eine 7 notiert wurde, hätte ich Brief und Anrufe nur schwer ablehnen können. Aber was soll’s. Dem chinesischen Zivilgericht bietet man nicht die Stirn und eine Woche später tuckerte ich daher brav, natürlich mit einer Kollegin als Übersetzerin im Schlepptau (Shoutout an die zauberhafte Wenqiao!) zum Zivilgericht. Von einer überaus säuerlich und genervt wirkenden Gerichtshelferin wird mir vor einem leeren Saal der Brief vorgelesen und meiner lieben Kollegin Wenqiao übersetzt. Laut Klageschrift sei der chinesische Herr bei dem Radunfall im Vorjahr so schwer an der Wirbelsäule verletzt worden, dass er sich 2 Tage nach dem Unfall ohne Gefühl in den Extremitäten ins Krankenhaus bringen lassen und sich in weiterer Folge einer Operation an der Wirbelsäule unterziehen lassen musste. Da mir schon im Vorjahr die Schuld beim Unfall zugesagt wurde (vermutlich auch zurecht, so ehrlich muss man sein), solle ich für die bisherigen Behandlungskosten und im gegebenen Fall für weitere Kosten aufkommen.

Da darf man dann schon mal Schlucken, aber es kommt noch besser: Bis der Prozess vorbei ist bzw. Von meiner Seite eine Kaution von umgerechnet 8000€ bezahlt wird, darf ich das Land China offiziell nicht verlassen. Genau, lasst das mal kurz wirken. Ausreisesperre, in China festsitzen und vom armen Unfallopfer  sauber über’s Ohr gezogen werden. Ein Schelm ist, wer böses denkt aber ungefähr alle Personen, denen ich die Story bis hierher erzählt habe, haben Wörter wie “Scam”, “Betrug”, “Geld melken” usw. Verwendet. Solche Stories kennt man vielleicht höchstens aus der Zeitung oder dem wörld weid Web, aber man geht eigentlich nicht unbedingt davon aus, dass einen dasselbe Schicksal irgendwann ereilen könnte. Besonders praktisch ist es, wenn man so eine Ausreisesperre eine Woche vor dem monatelang geplanten Urlaub nach Indonesien bekommt. Nicht, als ob das bei mir der Fall gewesen wäre… oder so.

Nach kurzem, verzweifelten Disput mit der säuerlichen, eiskalten Gerichtshelferin blieb mir also nichts anderes übrig, als das ganze so zur Kenntnis zu nehmen. Urlaub stornieren, Anwältin engagieren und weiter geht die lustige Fahrt. Laut dieser hätte ich den Urlaub vielleicht sogar antreten können, wenn ich einfach versucht hätte, den Flug zu erwischen aber so groß waren meine Eier dann auch wieder nicht.

Die darauffolgenden Wochen habe ich damit verbracht, a) auszuloten wie viel Kohle dieser Knecht nun wirklich von mir bekommen wird, b) mir zu überlegen wie ich diese Kohle aufbringen werde und vor allem c) wie ich wieder dieses lächerliche Ausreiseverbot bis Dezember los werden kann.

Ad b) lässt sich gleich vorweg sagen, dass ich das unverschämte Glück habe, die besten und weisesten Eltern der Welt zu haben, die klug genug waren, mich Monate davor bei einer Haftpflichtversicherung mitzuversichern. Shoutout an dieser Stelle auch an die Allianz, die in diesem Fall wirklich sehr kulant, hilfsbereit und empathisch gearbeitet und agiert hat! Die Geldbeschaffung war also glücklicherweise relativ schnell vorübergehend keine große Sorge mehr (mit Betonung auf vorübergehend).

Ad a) Wie viel Geld der feine Herr aus dem Reich der Mitte bekommen soll, war lange unklar. Anfangs war mein Verständnis, dass er die 8.000€ bekommen würde und sich aber zusätzlich auch noch auf permanente Invalidität überprüfen lassen würde. In diesem Fall wären natürlich noch deutlich mehr und höhere Kompensationen fällig geworden. Daher müsse ein gerichtliches Gutachten erstellt werden, um den Verletzungsgrad und den Zusammenhang mit dem Unfall bzw. die permanente Invalidität zu überprüfen.

Dieses Gutachten war auch der Grund, warum  c) sich nicht ganz so einfach gestaltete, wie vielleicht anfangs erhofft. Nach Absprache mit Versicherung und Anwältin, hatten wir nämlich besprochen, die 8000€ Kaution beim Gericht zu hinterlegen um zu garantieren, dass ich über die Weihnachtsferien nach Österreich ausreisen darf. Aber weil das ja zu einfach wäre und weil ich schon immer ein guter Hürdenspringer war, beschloss das Zivilgericht die Kaution von umgerechnet 8000€ auf läppische 38.000€ hinauf zu schrauben. Die Begründung: ob des laufenden gerichtlichen Gutachtens und der drohenden weiteren Zahlungen seien die 8000€ als Kaution nicht mehr ausreichend. So, noch einmal tief runterschlucken. Ich muss gestehen, bei dieser Nachricht hat es auch in mir zum ersten Mal so richtig gebrodelt. Meine arme Anwältin musste sich in weiterer Folge als Botin meinen emotionalen Vulkanausbruch anhören aber gut, auch das musste so zur Kenntnis genommen werden. Verhandelt werden kann hier nicht viel, am längeren Ast sitzt nun mal einfach der “Rechts”staat.

Mittlerweile schreiben wir bereits Mitte November und auch dieser Betrag sollte von der Versicherung gestemmt werden und wurde mir auch relativ prompt auf mein chinesisches Konto überweisen, so dass ich es dann ans Gericht weiter vermitteln konnte. Der einzige Haken dabei: die weniger kooperative Bank of China, ihreszeichens die viertgrößte Bank Chinas, bei der ich mein chinesisches Konto habe, hat sich nämlich als ein einziger großer Strich durch die Rechnung herauskristallisiert. Scheinbar werden (zugegebenermaßen sinnvollerweise) alle Beträge über 5000€ standardmäßig auf Geldwäscheverdacht überprüft. Nur leider bedeutet das in der Praxis, dass die Überweisung meiner Versicherung gute 4 Wochen irgendwo bei der Bank of China hing und somit nicht weiterüberwiesen werden konnte. Danke. Für. Nichts.

Zu diesem Zeitpunkt war dann schon ein weniger Feuer am Dach. Der geplante Zeitpunkt des Heimfluges rückte immer näher und näher. Aber was wäre ein Plan ohne ein B oder C. Als “Retter” in der Not darf ich hier noch den österreichischen Konsul in der Botschaft in Beijing ins Spiel bringen. Die werten Diplomaten “haben zwar auch keinen diplomatischen Zauberstab” um bei solchen Fällen irgendwie eingreifen zu können waren bis zu diesem Zeitpunkt diplomatisch ausgedrückt “relativ unbrauchbar”. Aber in letzter Minute wurde mir dann immerhin doch als Notlösung die Einrichtung eines Depots beim Außenministerium vorgeschlagen. Damit wäre es mir dann möglich, das Geld in Bar bei der österreichischen Botschaft in Beijing abzuholen. Ein paar Telefonate und e-Mails und eine Depoteinrichtung später und TAAADAAAAAA hatte ich zwei Wochen vor geplanter Abreise plötzlich 3 dicke, fette Stöße 100-Renminbi Scheine im Gesamtwert von 300.000 RMB in der Hand. Zwar nicht direkt vom Konsul übergeben (der musste nämlich gerade auf der chinesischen Mauer wandern. An einem Dienstag.) aber immerhin. Auf die, von meinen Eltern vorgeschlagenen Bodyguards hab ich zwar verzichtet aber mit meinem eigenen Fahrer (Shoutout an meine zauberhafte Kollegin und Ersatz-Mami in China, Silke) und der Anwältin im Schlepptau ging es dann schnurstracks zur Bank und nachdem das Geld eine gefühlte halbe Stunde lang gezählt wurde konnte die Überweisung ans Gericht endlich erfolgen.

Es folgten noch ein paar weitere Tage des kollektiven Familien-Zitterns ob der verloren Sohn auch tatsächlich ausreisen darf aber: AM ENDE WURDE ALLES GUT! Volle zwei Tage vor dem geplanten Flug hatte ich dann die Bestätigung, dass ich frei bin auszureisen. Friede, Freude, Schokolebkuchen. Die Weihnachtsgeschichte war perfekt!

(PS: In der Zwischenzeit hat sich übrigens herausgestellt, dass der gute Herr zwar keine beleibende Invalidität davontragen wird, aber dennoch umgerechnet ca. 12000€ Schadensersatz erhalten wird. Kann man so lassen.)

 

********** So und spätestens hier dürfen die faulen Leser, die die Story aber schon x-male gehört haben, wieder einsteigen! ***************

 

Was bleibt einem im Endeffekt von so einer semi-lustigen Erfahrung mit dem Justizsystem in einem fremden Land, in dem man sich kaum verständigen kann? Glasklar: in erster Linie Gesprächsstoff für diverse Familien- und Weihnachtsfeiern oder einem Kapitel in der Autobiografie. Aber das ist nur das alleroberste Spitzchen des Moral-Eisberges. Ein paar weitere Schlüsse und Lehren konnte ich daraus ziehen und wer noch ein wenig Zeit und Geduld hat, ist herzlich eingeladen sich die nächsten Zeilen noch mitzunehmen. Achtung, es folgt der Knowledge-Drop!

Ein berühmter Koch, der sich vor kurzem das Leben genommen hat, hat mal gesagt, das Leben ist wie ein Vergnügungspark. Man hat selbst in der Hand welche Achterbahnen man fährt aber bei den spannendsten Rollercoastern geht es nunmal bergauf und bergab und wenn’s gut geht im Looping. (Manches davon hab vielleicht auch ich gerade gesagt, wie auch immer. You get the point!)

Auch ein wenig anknüpfend an meinen letzten Post, geht es wohl darum, sich selbst so einzuloten, dass einem auch Talfahrten, Hoppalas, Malheure, unvorhergesehene Schwierigkeiten und Hürden nichts anhaben können und sich selbst klarzumachen, dass es auch wieder bergauf gehen wird. Das einen solche Hoppalas und Malheure, Hürden und Schwierigkeiten stärker werden lassen können, solange man nur aus ihnen lernt. Mir ist klar, dass diese Story jetzt nicht zu den allerschlimmsten Dingen zählt, die einem passieren können, aber für mich persönlich war es doch eine der tieferen Talfahrten bisher.

Allerdings möchte ich behaupten, dass ich während dem Gerichtsverfahren in den letzten Monaten trotzdem immer versucht habe Positivität auszustrahlen. Man hat schließlich immer noch einen Job in dem man professionell agieren muss, man hat trotzdem private Verpflichtungen denen man nachkommen muss. Das alles klappt meiner Meinung nach nur, wenn man sich von Hürden und Steinen im Weg nicht runterziehen lässt. Natürlich ist das oft  leichter gesagt als getan, aber es braucht denke ich nur zwei Dinge (Danke Gusl für die Weisheit)! Zum Ersten ist es die richtige Einstellung, das richtige Mindset um aus solchen Schlamasseln wieder rauszukommen, um wieder die Bergfahrt anzutreten. Und auch wenn ich es gar nicht fassen kann, so etwas zu schreiben, kommt dann auch ein wenig Glaube dazu. Das muss jetzt gar nicht unbedingt als Glaube an einen Gott oder eine höhere Macht sein, sondern einfach der Glaube daran, dass es alles gut wird und sich auch die noch so beschissenste Lage wieder zum guten wenden kann.

Zum anderen sind es die Leute mit denen man sich umgibt! Und an dieser Stelle muss ich mal ein MEGA-Shoutout aussprechen an die zwei Personen, die überhaupt Schuld an meiner Wenigkeit sind. Ich wünsche jedem Menschen da draußen eine so positive, unterstützende, rückhaltende, geduldige und strapazierfähige Familie wie ich sie habe! Ohne den Rückhalt und die Unterstützung meiner Eltern hätte ich es sicher nicht geschafft, mich so leicht aus dieser Schlinge zu ziehen. Ihr seid die echten MVPs dieser Story! Ohne euch würde ich möglicherweise auf meiner Couch in China versumpern! Danke, dass es euch gibt! Aber nicht nur von den Eltern und der übrigen (Groß)Familie habe ich positiven Rückhalt bekommen. Ich hab außerdem das Glück, dass ich auch innerhalb des Kollegiums an der BSB von durchwegs positiven Menschen umgeben bin, auf die man sich auch immer verlassen kann, wenn man Hilfe braucht! Shoutout an euch, BSB Staff! Shoutout auch an alle Leute die sich nach mir erkundigt haben und mir positive Worte oder Vibes zugeschickt haben. Auch wenn es kitschig klingen mag, ich bin fest davon überzeugt, dass ihr alle mitgeholfen habt!

Ich konnte also im Endeffekt zurück ins schöne Graz kehren und viele Leute haben mich in den letzten Tagen gefragt, ob ich jetzt überhaupt zurück nach China gehe. Die simple Antwort ist ja, da ich noch das Schuljahr zu Ende führen werde. Aber auch abgesehen davon, wäre die Antwort wohl ja und so verrückt es auch klingen mag: so ganz sicher bin ich mir noch nicht, ob ich China nicht noch eine zweite Chance geben werde und wie es nach dem Sommer weitergehen wird. Denn eine Weisheit wurde mir im Zuge der letzten Monate noch mitgegeben (Danke dem Fadderen): Es ist immer die Summe aller wilden Fahrten, die den Besuch im Vergnügungspark ausmachen und auch chinesische Achterbahnen haben durchaus ihren Reiz.

Aber bis zu dieser Entscheidung genieße ich jetzt noch jeden Moment in der Heimat. Im Endeffekt ist nämlich doch die Weihnachtszeit die besinnlichste und schönste Zeit im Jahr. Vor allem wenn man sie dann nach so einer langen Geschichte doch in der Heimat mit Familie und Freunden verbringen kann. Wenn überhaupt, ist es eine positive Art von Stress, den man verspürt, wenn man noch jeden vor den Feiertagen treffen möchte. Wenn man vor lauter Familientreffen und den damit zusammenhängenden Festschmausen nur mir in der Gegend rumkugeln kann. Wenn man die weihnachtliche Fressliste des Todes unbedingt abarbeiten muss, bevor es wieder in die Ferne geht. Daheim ist es halt doch am schönsten!

In diesem Sinne hoffe ich, dass ihr alle gut durch die Feiertage kugelt und eigentlich bleibt mir nichts mehr übrig als diesen letzten Blogpost im zweitausendachtzehnten Jahr des gregorianischen Kalenders abzuschließen. Für mich war es ein ereignisreiches, oft schönes, aber nicht immer einfaches und trotzdem sehr lehrreiches Jahr das ich auf keinen Fall missen möchte. Ich bin sehr gespannt was das neue Jahr bringen wird. Mit all seinen Vorsätzen, seinen Höhen und Tiefen. Euch allen, die es bis hier her geschafft haben, wünsche ich alles Positive für die neueste Attraktion im Vergnügungspark: “2019 – die Fahrt”! Mit all seinen Berg- und Talfahrten, Beschleunigungen und Loopings.

Macht’s es gut und noch ein letzte Bussi auf’s Bauchi 2018,

euer friendly Neighborhood Bear.

Chinese Nightmare before Christmas (EN)

********** Die deutsche Version von diesem Post gibt’s HIER ************

We are currently floating somewhere in between the Christmas holidays and the end of the Gregorian calendar. Nobody is quite sure what day it is. Only the re-opening of shops and stores let one guess that the main gluttony – that the holidays undoubtedly are –  is over and the town is becoming alive again. The presumably most peaceful time of the year oftentimes becomes the most stressful. But I’m going to spare you with sentimentalism of if and why we don’t even celebrate Christmas for its original reason and values anymore. That one is for another day. Because to the loyal readers (and surprisingly enough, there actually appear to be a few rare ones out there) I still owe a Christmas story of my own. I realize some might have heard that story being told already once or twice (and if you were lucky enough to hear it already feel free to skip to the second part of this blogpost) but there might be a few who are curious and have not heard the story of how I had to ransom myself out of China for 40.000€. (Btw probably one of the sentences I’ve said the most over the course of the last couple of weeks!)

I’ve already teased some of it in previous posts but as a disclaimer: since this is a Christmas Story the beginning might be ridiculously outrageous but there will indeed be a Happy End. Maybe a couple of plot twists and – in the name of Philisophbear – a few drops of knowledge.

But let me start at the beginning of this wild ride, that the last four months most certainly turned out to be. Those of you who have been reading my blog since last year might remember the (presumably) more or less harmless bicycle accident I was involved in last year in September. I haven’t heard anything of it ever since and thought, it may be all water under the bridge already. But as the Beijingers among you certainly know, the winters in Beijing are dry and not much water runs anywhere. When I unsuspectingly returned to Beijing this past August in order to start my second year at BSB, the first evil tidings were already waiting for me. A co-worker of mine who kindly helped me the day of the accident was informed that a letter from the Chaoyang District People’s Court was on its way to school, content to be determined. So let’s wait and see and in the meantime have some Jasmine tea. (cuz I’m right at the source ya know).

Fast forward to a good month and a half later, end of September: Said colleague gets a call from the court. Allegedly I had refused to accept the letter from court and had also refused to answer any attempts they made to call me on my phone which is why I am being summoned to appear at the People’s Court for a reading of said letter. Ummm, alrighty. Since the letter was never delivered to me in person and Chinese authorities wrote down a 1 in my phone number as a 7 I could have hardly accepted calls to a wrong number or the letter. But anyhow… One doesn’t simply defy the Chinese government (insert Boromir meme here) so a week later I followed the summon, and together with a colleague as a translator (Shoutout to my amazingly helpful colleague Wenqiao) made my way over to the court. After a short but thorough security check I was invited into an empty court hall by a very sour and seemingly annoyed court clerk who proceeded to read the content of the letter which Wenqiao kindly translated: Supposedly the Chinese gentleman who got injured during the accident had to admit himself to the hospital two days after the accident without any feeling in his extremities and consequently had to undergo spinal surgery. Since I had already been deemed guilty on the the night of the accident (quite frankly, probably rightfully so) I am to compensate the plaintiff for his medical bills and other potential compensation costs.

Right. Time to take a deep breath because it gets even better: Until the whole civil lawsuit is over or until I decide to pay a deposit of roughly 8000€ I am officially banned from leaving the People’s Republic of China! That’s right. Let that sink in for a moment. Travelban, being stuck in China for an unforeseeable time and getting properly bent over by the victim of the accident. Think what you like but most people that have heard this story up until this point came up with words like “scam”, “con” and “milking for money”. Sometimes you do hear similar stories on the news or read about it online but you never really expect it to happen to you. Also, a travel ban is especially useful when you find out about it a week before your planned trip to Indonesia. Not as if that would ever happen to me… So after a short dispute with the sour and ice-cold court clerk there was no other way than accepting my fate, canceling my holiday and finding a lawyer for the rest of this fun ride. According to said lawyer I could have even tried to catch my flight and might have been able to get away with it but my balls only get this big…

The following weeks were spent with a) trying to find out how much money this dude is actually going to get from be, b) how I am going to acquire the money to pay the bozo and c) how to get rid of this ridiculous travel ban until December in time for my holidays back home.

In terms of b) let me mention my impudent luck of having the two wisest and bestestest parents in the world who were smart enough to close a liability insurance deal for me just a few months before this whole thing started. Shoutout at this point to Allianz insurance who were genuinely helpful, supportive and accommodating throughout this whole ordeal. Coming up with the money was luckily temporarily not a major concern anymore (note the temporarily in this sentence).

In terms of a) it was unclear for quite some time how much money the good sir from the Middle Kingdom is supposed to get. In the beginning I had the understanding that he is going to get the 8000 Euroes and is currently being evaluated for permanent disability. In which case the compensation would become significantly higher. Since the guy initially did not agree to a settlement the court decided a judicial assessment would be necessary to determine how severe the injuries are and how much they are connected to the accident.

This judicial assessment was also the reason why c) was not as easy to figure out as I had hoped. After talking to my insurance and my lawyer we had decided to pay the deposit of roughly 8000€ in order to guarantee the travel ban will be lifted so I can go home over the Christmas holidays. But since just that would have been too easy (plus I have always been a good obstacle course runner), the People’s Court decided to increase the necessary deposit from 8000 to a mere 38.000€. The official reasoning: because of the running judicial assessment and the looming higher compensation payments 8000€ are simply not enough of a deposit. Alright, take a deep breath again. I have to admit that at this point for the first time during this ordeal my inner vulcano was stirring. My poor lawyer, who was really just the messenger had to cope with my emotional volcano eruption but in the end that hurdle in the race had to be accepted too.

Another fast forward to mid November. Allianz happily agreed to go on and make a higher payment and quite promptly initiated a transfer to my Chinese bank account so I could redirect the money to the Court. The only catch: Bank of China was just a teensy-tinsy bit less cooperative than anybody else and turned out to be one single clusterfuck of a spanner in the works. Apparently all sums of 5000€ and higher are routinely checked for fraud investigations (admittedly rightfully so). In practice that unfortunately means that the insurance’s transfer got stuck with BOC for a good 4 weeks and I was not able to re-transfer any money anywhere. Thanks. For. Nothing.

At this point I was pretty much already running out of time. The planned flight was getting closer and closer but what would a plan be without a B or a C. The knight in shining armor was in this case the consul of Austria in Beijing. Even though the dear diplomats at the Austrian embassy “do not own a diplomatic wand” to help with cases like mine and have been – diplomatically spoken – “quite useless” up until this point, they came in clutch in the end. As a last minute resort they suggested that I could – of course by way of exception – create a money depot with the Austrian Foreign Ministry which would then enable me to pick up the money in cash from the Austrian Embassy in Beijing. A few phone calls, Mails and one money depot late and TAAADAAAAA Two weeks before my planned flight I find myself holding 3 big fat stacks of 100-Kuai bills worth 300.000 RMB. (Of course they weren’t handed over by the consul directly because he was busy “hiking the Great wall”. On a Tuesday.) My parents suggested that I get bodyguards for the bank transfer but in the end I managed with just a designated driver (Shoutout to my lovely colleague and Beijing-Fostermom, Silke) and my lawyer to head over to the bank. After what felt like half an hour for counting the bills I was finally able to make the transfer to the court

The next few days basically consisted of a lot of wood-knocking and fingers-crossing by my whole famoly in order to retrieve the prodigal son but: IN THE END IT WAS ALL GOOD! A full two days before my flight I had the official confirmation by court that I would be able to go home for Christmas. It’s a holly jolly Christmas and Hallelujah. What an ending to a Christmas story!

(PS: In the meantime it has been determined that the Chinese gentleman did not carry away a permanent disability however will be granted roughly 12000€ of compensations. I’ll take that. Please and thank you.)

 

********* Now this is the part where everyone who actually skipped the story should feel invited to start reading again!  ************

 

What does one take away from such a semi/fun experience with the judiciary system  in a foreign country where barely anyone can communicate with you? Mainly and most certainly: a good story and something to talk about at various family- and christmas gatherings/reunions and a fine chapter for the autobiography. However, that is just the very top of the moral iceberg. There were indeed a few other lessons I was able to take away and if you’ve still got a couple of minutes you are very welcome to take away the next few rather philosophical paragraphs. Beware of the knowledge drop!

A famous chef, who has taken his own life a few months back, once said life is like a theme park. You singlehandedly get to decide which roller coasters to take but the exciting ones all have rapid up- and downswings and if you’re lucky enough it goes in a looping. (Some of that might have actually been said by me but you get the point!)

The point I’m trying to get across – and have already touched in the previous couple of blog posts – is that I believe one has to center themself in way that downswings, bloopers and mistakes, obstacles and unforeseen events can’t get to you or even hurt you. Such bloopers, mistakes and obstacles can actually make you stronger as long as you take something away and learn something from them. I’m aware, that my personal story is not among the worst things that can happen to you but for me personally it has been one of the lower downswings in my life so far.

Regardless I would like to claim, that I have managed to stay mostly positive during this civil lawsuit and present myself in a positive manner. One still has professional obligations and private commitments that still have to be taken care of even if you are in a shit situation. That only works out if you don’t let obstacles and setbacks take you down. Of course that is oftentimes easier said than done but I think there are only two really crucial things to be considered (thanks to Gusl for the wisdom!) On one hand it is the right attitude and mindset that I have already mentioned. You’re gonna get out of it and it’s going uphill again at some point. And, even though I can’t really believe I’m saying this, sometimes it also just needs a little bit of faith. I am not saying that has to be faith in God or some other higher entity, just faith that every situation, no matter how shitty it seems, is going to get better again.

On the other hand it is about the people that you surround yourself with. At this point a MEGA shoutout to the two people, who are at fault that I even exist. I genuinely wish every person out there had such a positive, supporting, patient and enduring family as I am lucky to have. Without the backup and the support of my parents, there is no way I could’ve gotten away as easily as I did. You are the real MVPs of this story! Without you I would probably vegetate on my couch in Beijing! Thank you so much for being in my life! But not only my parents and the whole (greater) family was being supportive the whole time. On top of that I am incredibly lucky to have such great colleagues at BSB that are always willing to help when needed. Shoutout to you, BSB staff! And shoutout to all the other people that were being supportive and helped with positive words and vibes. Even if it might sound cheesy, I am 100% certain your “thoughts and prayers” have helped!

So in the end I was able to return to the beautiful city of Graz and a lot of people have asked me, whether I am actually planning on going back to China after what happened. The simple answer is yes! I still have to finish the school year and my contract. Let alone that reason, the answer would have still been yes and even if it might sound a bit nuts: I am still not really sure if China wouldn’t deserve a second chance  and what is going to happen after the summer. Because there was a second great advice I was able to take away from the last couple of months (Thanks Fadderen for that one): It is the sum of all your wild rides that make or break your visit to the amusement parks and even chinese roller coasters can be very appealing.

Until I have to make that decision in a week I am going to enjoy every single moment at home. Because after all, the Christmas time is to most peaceful and wonderful time of the year. Especially when you get to spend it at home with your family and friends after such a long ordeal. If anything, it is a positive kind of stress that you get, when you try to meet up with everybody before the holidays. When you can only move by rolling around from all the family feasts. When you have to finish your Christmas-Foodie list of death before you have to return to Far Far Away land. Because ya know: home, sweet home!

In that regard, I hope that you have been all rolling merrily through the holidays and I don’t really have anything left to say which is why I am closing this last blogpost of the twothousandandeightteenth year of the gregorian calendar. For me personally, it has been a very eventful, oftentimes amazing but not always easy, yet very rewarding year that I wouldn’t want to miss. I am very excited for what the new year has to offer. With all its resolutions and its up- and downswings. To all of you, who have made it this far I would like to wish all the best for the newest attraction of the amusement park: “2019 – the ride”! Enjoy it with all its inclines and declines, its accelerations and loopings.

Take care and one last smooch on the belly in 2018,

 

Your friendly Neighborhood Bear.

Mo-Broes, Heroes und DEN MUND AUFMACHEN!

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“Der November hat begonnen und das bedeutet, dass es langsam aber sicher kälter wird in Peking.”

Streichen! Der Dezember hat begonnen und es ist bereits arschkalt in Peking. Eigentlich wollte ich diesen Blogpost ja über etwas völlig anderes und schon vor einiger Zeit verfassen (Schwöre!). Aber aus verschiedenen Gründen, unter anderem wegen des Themas, wird sich dieser Blogpost noch verzögern. Denn die ominöse “Fahrradklage” (manche von euch werden vielleicht wissen, worauf ich anspiele. #freedomupdateservice Alle anderen werden sich wohl oder übel noch ein paar woche gedulden müssen, bis ich in den Weihnachtsferien mehr Zeit zum schreiben habe) zieht sich nach wie vor dahin, aber ich verspreche euch, bald davon zu erzählen. Es sei nur so viel gesagt: Ich kann nun vollkommen nachvollziehen warum in diversen viralen Videos Chinesen angefahren werden und der Fahrer schnell den Retourgang einlegt, um dem Opfer noch einmal drüber zu fahren. Du weißt Brudah… sicher ist sicher!

Wie auch immer, November ist also vorbei! Oder besser gesagt… MOvember? Ihr habt alle bereits davon gehört und ja, es gibt immer noch vereinzelte Douchebags da draußen die sich über den 11. Monat des Jahres hinweg einen prächtigen (oder in manchen Fällen weniger prächtigen) Moustacchio stehen lassen. (Übrigens plädiere ich für die Namensänderung des Eustacchio Parks!) Für jene unter euch, die es tatsächlich geschafft haben, sich dem Movember völlig zu entziehen: es handelt sich hierbei nicht nur um eine auffallend hohe Anzahl an Hipstern die auf einmal das Haus verlassen, sobald die Blätter von den Bäumen fallen. Es gibt eine logische Erklärung für dieses Pheromonomen (auf Englisch klappt das Wortspiel besser). Die Movember Foundation begann vor über 15 Jahren Geld für die Prostata-Krebsforschung zu sammeln indem sie sich im November lächerlich edle Schnurrbärte stehen ließen. Laut der Website der Bewegung zählt die Movember Foundation mittlerweile zu den Top 50 der non-government gesponserten Einrichtungen und sie unterstützen nicht nur die Prostata- sondern auch die Hodenkrebsforschung, die seelische Gesundheit und Suizidprävention bei Männern. Nachdem ich mich im letzten Jahr ein wenig auf eine spirituelle und mentale Reise begeben habe, finde ich vor allem die letzten zwei Punkte sehr ansprechend und erwähnenswert. Daher dachte ich mir, es wäre doch eine tolle Idee, diesen Blogpost EUCH zu widmen! Euch bärtigen Göttern, euch Brüdern von anderen Lüdern (funktioniert schon wieder besser im Englischen..), mo-bros from other mo-hoes, euch MÄNNERN! (Aber Ladies, nicht verzagen und nicht aufhören zu lesen, denn das Folgende betrifft euch genau so sehr also bleibt’s da! #where mysistersfromothermisters)

Ein männlicher Homo Sapiens zu sein, bringt in unserer heutigen Welt gewisse Erwartungen mit sich. Je nachdem wo und wie man aufwächst, wird unter anderem erwartet, dass man ein toller Typ ist, dass man ein guter Zuhörer ist, dass man sich gewählt ausdrückt, dass man einen Sinn im Leben findet, dass man alle anderen rund um einen selbst unterstützt, dass man einen Partner findet, dass man ein guter Partner ist, dass man eine Familie gründet, dass man erfolgreich ist, dass man ein fixes Einkommen vorweisen kann, dass man ein Lehrer ist, dass man ein Lerner ist, dass man ein gutes Vorbild ist, dass man ein guter Vater ist, dass man stark ist, dass man ein Krieger ist, ein Held ist, seine Wissen, seine Stärke, seinen Besitz und seine Liebe teilt! Ich könnte noch länger so weiter schreiben aber boy, oh boy! Eine ordentliche Liste (see what I did there?)

Einerseits gibt es viele Männer, die versuchen diesen Erwartungen gerecht zu werden. Sie versuchen irgendwie die Lasten, die unsere Gesellschaft ihnen auferlegt, auf ihren Schultern zu tragen. Viele Männer kommen mit diesem Druck ganz gut klar, wie es ist ein Mann zu sein. Viele Männer blühen auf in der Rolle des sogenannten “Alphatieres”. Es sind jene Männer die man auf Social Media sieht, jene Männer die über unsere Zeitungen und Nachrichten bestimmen, jene Männer die über das Geld in unseren Taschen bestimmen, jene Männer die über unsere Bildschirme herrschen. Wir schauen zu ihnen auf, wir wünschen uns, so zu sein wie sie, wir streben danach so ein “Alphatier” zu sein. Andererseits gibt es einige Männer die unter diesen Lasten einbrechen. Sie versuchen all das zu sein, was unsere Gesellschaft ihnen vorgibt. Sie versuchen, die oben genannten Eigenschaften Punkt für Punkt abzuhaken. Wie Level in einem Videospiel  bis sie irgendwann bei einem Level anstehen und immer wieder den falschen Schritt setzen, oder sich zur falschen Zeit ducken und Leben für Leben verlieren, bis sie Game Over sind. Klinische Depressionen, Angstzustände, Persönlichkeitsstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen und so viele andere sind häufige psychische Erkrankungen unter denen viele Männer tagtäglich leiden.

In den meisten Ländern auf unserem wundervollen Planeten sind Suizide unter Männern 3-4 mal so häufig wie bei Frauen, weil eben so viele Männer unter den Lasten unserer Gesellschaft zerbrechen. Viele von ihnen versuchen sich unter Hilfe von verschiedensten Drogen wieder aufzubauen. Egal ob Alkohol, Nikotin, Cannabis, Heroin, Zucker, Glücksspiel oder das Spiel mit der Liebe. Es betrifft alle Männer, egal ob Alpha- oder Gammatier, egal ob erfolgreich, glücklich oder nicht. Robin Williams, Anthony Bourdain, Ernest Hemingway und Kurt Cobain sind nur einige der bekanntesten der endlosen Beispiele dafür, wie psychische Erkrankungen Schuld am direkten Suizid, oder zumindest an Verhaltensmustern, die zum verfrühten Tod führen, sind. 

Aber das Problem sind nicht die psychischen Erkrankungen an sich. Diese betreffen bekannterweise Mann, Frau und alles dazwischen. Das Problem ist, dass so viele Männer solche Erkrankungen haben, ABER NICHT IHREN MUND AUFREISSEN WOLLEN! Sie behalten ihre Probleme für sich, weil sie denken, es sei ein Zeichen von Schwäche, den Erwartungen unserer Gesellschaft nicht gerecht zu werden. Sie unterdrücken ihre Gefühle, weil es ja einfach ist weiter zu machen und so zu tun als ob nichts wäre. Sie ertränken ihre Sorgen heimlich und finden anderweitige, meist schädlichere Lösungen, bei denen sie nicht reden müssen.

Daher ersuche ich EUCH Männer (aber auch alle anderen) da draußen! Behält es nicht für euch! Macht den Mund auf, redet mit jemandem – egal ob Ehefrau oder Ehemann, Freund oder Freundin, Mama oder Papa, Geschwister, beste Freunde, Freunde oder einfach nur Barbier oder Automechaniker. Macht den verdammten Mund auf! Weil es ist wirklich scheißegal wie negativ die Spirale ist, in der ihr euch befindet. Egal, wie tief das Loch ist, in dem ihr euch befindet. Egal wie weit unten ihr seid und egal wie hart die Prüfungen auf dem Weg sind, den ihr zu gehen habt. Es gibt Leute dort draußen die euch wieder raushelfen können. Leute die euch auf helfen wollen und euch aufbauen können. Es gibt Leute da draußen, die euch gerne zuhören würden! Leute, die gerne mit euch sprechen und euch vielleicht irgendwie helfen können! Es gibt Leute da draußen, die euch liebend gerne einen Teil eurer Lasten abnehmen würden oder euch einfach nur den richtigen Weg ansagen können! Leute, die eurem Leben Sinn und Bedeutung verleihen können.

Geht raus und findet diese ganz besonderen Menschen. Jene, die euch und alle um euch herum unterstützen. Jene, die gute Partner sind und euch helfen eine Familie zu gründen. Jene Menschen, die glücklich sind und all ihre Ziele erreichen. Jene, die euch etwas beibringen können und gleichzeitig von euch lernen wollen. Jene Menschen, die gute Vorbilder sind, großartige Eltern sind, tolle Freunde sind. Jene, die ihr Wissen, ihre Stärke, ihren Besitz und ihre Liebe mit euch teilen wollen!  ….Ihr seht wo das hinführt. Ich hör mich schon an wie ein Prädiger aber ich meins Ernst: Macht den Mund auf und gebt diesen ganz besonderen Menschen die Chance genau so ein Mensch für euch zu sein!

Ganz ehrlich gesagt. Wegen diversen, unvorhersehbaren Ereignissen und Hindernissen habe ich in den letzten Monaten selbst begonnen ein wenig unter den Lasten einzubrechen. Allerdings habe ich das Glück, genau solche besonderen Menschen in meinem Leben zu haben. Jene Menschen, die mich unterstützen und die mir Lasten abnehmen. Daher muss ich meine Widmung wohl revidieren: Dieser Post ist EUCH gewidmet! Euch wunderbaren Partnern und Partnerinnen, Freunden und Freundinnen, Mamas und Papas, Geschwister und Barbiere und Automechaniker und alle die sonst zu diesen besonderen Menschen gehören! Macht weiter mit dem, was ihr tut! Hört weiter zu. sprecht miteinander, unterstützt einander und alle um euch herum. Seid weiterhin Helden und Krieger. Seid Lehrer und Lehrlinge. Teilt weiterhin euer Wissen, eure Stärke und am allerwichtigsten TEILT EURE LIEBE!

Wenn ihr es so weit geschafft habt dann ist euch mein salutier ich vor euch und dank euch. Ich glaube, es bleibt nichts mehr weiter zu diesem Hinfurz von Blogpost hinzuzufügen, außer ein weiteres Versprechen: ein weiterer, weniger sülziger Blogpost mit Spannung, Spaß und Schokolade kommt ganz bald! Bis dahin, positiv denken, spread the love and spread the knowledge!

Bussis auf’s Bauchi,

Euer friendly neighborhood bear.

PS: Falls euch danach ist die Männer dieser Welt und die Movember foundation zu unterstützen, schaut bei dieser Spendeseite vorbei, die mein Kollegen Brian gegründet hat:

https://moteam.co/bsb-mo-grow-to-know

Mobroes, Heroes and SPEAKING OUT!

*******Für die deutsche Version einmal HIER drücken!******

“November has come which means it is slowly but gradually getting colder in Beijing.”

Scratch that! December has come and it is already freezingass cold in Beijing. Initially I was going to write this blog about something entirely different and a long while ago (I swear!). I have been quite delayed for several reasons, one of which being the topic of that said planned blog. However, the ominous “bicycle lawsuit” (some of you might know what I am referring to, everyone else: I’m afraid you are going to have to wait for a couple more weeks until I have more time during the holidays) is still dragging on and I am going to tell you about it very soon. I promise! Let it just be known, that I now fully understand the viral videos of Chinese people running over someone and then going into reverse to run over the victim once more. You know… Just to be safe!

Anyway, November is over! Or should I say… MOvember? You have all heard about it and yes, there are still some douchebags out there growing a glorious (or in some cases not so glorious) Moustacchio over the 11th month of the year. To the ones among you, that have somehow managed to miss Movember all these years, it is not just an unusual amount of Hipsters that start leaving their house once leaves come falling. There is actually an explanation to this pheromonenon (yeah, read that again)! The Movember foundation started off trying to raise awareness and money about prostate cancer 15 years ago by growing ridiculous moustaches and, according to their website, is now among the top 50 non-government funded organizations not only supporting prostate cancer but men’s health in general. Among others, testicular cancer, prostate cancer,  mental health and suicide prevention are being supported by the cause. Being on the spiritual and mental journey that has been the last couple of years, I found the latter to specifically interesting and engaging. So I thought it would be an amazing idea to dedicate this blogpost to you. You beardy gods, you beautiful brothers from other mothers, you dope mo-bros from other mo-hoes, you MEN! (But ladies, don’t stop reading here because everything that follows just as much applies to you as anyone else so bear with me! #wherearemysistersfromothermisters)

Being a male homo sapiens in our world comes with a lot of expectations. Depending on where and how you grow up on our planet, you might be expected  -but not limited – to be a good guy, be a good listener, be a good speaker, find a purpose, find meaning, be supportive of everyone around you, find a partner, be a good partner, raise a family, be successful, achieve your goals, be a teacher, be a learner, be a great role model, be a parent, be a great friend, be strong, be a warrior, be a hero, share your knowledge, share your strength, share your wealth and share your love!

I could go on like that but boy, oh boy… Is that a list! (See what I did there?)

A lot of men are trying to live up to these standards and this weight that our society puts on their shoulders some way or another . A lot of men cope well with the pressure that comes with being a male in our world. They thrive, the “Alpha males” in our society that you see on social media platforms, that dictate our news and papers, the paper in our wallets and screens of our digital devices. We all look up to them, we aspire to be like them, we are eager to be an “Alpha-male” like them. But a lot of men crumble from the weights. They try to be everything on the list above. They go for check mark after check mark like levels of a video game until at some point they are at a level were they keep on missing that one step, or forget crouching in that one right moment and lose life after life until it’s game over. Clinical depression, anxiety, personality disorders, PTSD and so many others are quite common mental issues that a lot of men are facing on a daily basis.

In most countries of our beautiful planet there are 3-4 times as many male suicides than female because so many men break! They break trying to fulfill all of the expectations of our society. A lot of them try to build themselves back up again with various drugs. Be it alcohol, nicotine, cannabis, heroine, sugar, gambling or love. It afflicts all type of men Alpha or Gamma, successful or not. Robin Williams, Anthony Bourdain, Ernest Hemingway and Kurt Cobain are just a few of countless sad examples of how mental issues can either lead you to suicide directly or to behaviorisms that cause an early death. And they are only the most popular men that we hear about on the news…

But the problem is not that they are facing these issues. The problem is that so many men are facing these issues and ARE NOT SPEAKING UP ABOUT IT! They keep to themselves because it might be seen as a weakness not living up to all of our societal expectations. They shrug off their feelings because it is easier to just be silent and continue to play the game. They quietly drown their sorrows and find relieve in worse ways.

So I urge YOU men (but also women) out there! Don’t keep to yourselves! Speak up, speak to someone – your wife or your husband, your GF or your BF, your Mom, your Dad, your sibling or your friend, your barber or your auto repair guy. Speak up! Share your issues! Share your concerns! Because no matter how negative your spiral, no matter how deep the shit you’re in, no matter how low the downswing, no matter how hard the hardships. There are people out there that can bring you back up again. People that can help you out of any whole, people that can make the roller-coaster of life roll back up again!

There are people out there for you that are happy to listen! There are people out there that wanna talk and might be able to help somehow. Sometimes just listening is enough. Sometimes they can take some of that weight off you and sometimes they just need to point you in the right direction of the way. There are people out there that can give your lives meaning and purpose! Go out and find those special people. The ones that  are being good guys to you, that are being a good listener and a good speaker. The ones that help you finding a purpose, finding meaning. The ones that are being supportive of you and everyone around you. The ones that are being a good partner, that help you raise a family, be successful and reach whatever goals you might have. The ones that can teach you and learn from you. The ones that are being great role models, great parents or great friends. The warriors, and heroes out there. The ones that share their knowledge, share their strength, share their wealth and their love!  … you see where this is going. I urge you! Go out, speak out and give those people around you a chance to be that special person!

I got to be honest. Due to some unforeseen events and obstacles I might have started crumbling a little bit myself over the last few months. However, I am so endlessly lucky and extremely grateful that I have exactly those special people in my live to support me and take weight off my shoulders. So on second thought I should probably re-dedicate this blog post: this one goes out to YOU! You beautiful wives and husbands, GFs and BFs, moms, dads, siblings, friends, barbers and auto repair guys and everybody in between! Keep on doing what you are doing! Keep on listening, keep on speaking, keep on supporting each other and everyone around you, keep on being heroes and warriors, keep on being teachers and learners, keep on sharing your knowledge, your strength and most importantly KEEP ON SPREADING THE LOVE!

If you made it this far I salute and thank you! I guess there is nothing else to add to this brain fart of thoughts besides promising you yet again: another proper blogpost will follow very soon! Until then, stay positive, spread the love and spread the knowledge!

Kisses on the belly,

your friendly neighborhood bear

PS: If you feel like supporting men’s health and the Movember cause you can hit up my colleague Brian’s movember website and donate: https://moteam.co/bsb-mo-grow-to-know