Die knowledge!

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So, was soll ich sagen. Es ist mir wieder einmal passiert. Auf ein halbes Jahr enthusiastischen Blog-Verfassens folgte ein halbes Jahr der Stille. Nach meinem Urlaub im wundervollen Thailand (ft. Kasia und einem meiner Bruderherzen, Lukas) folgte eine kreative Blockade. Die Muse hatte mich über den Winter nach Polen verlassen und mit jeder Woche wurde die Wahrscheinlichkeit kleiner, dass noch ein Reisebericht folgte. Im Februar stand dann schon die nächste Reise in den Vietnam an und als meine Eltern dann zu Ostern auf Besuch waren stand fest: Der Thailand-Blog kommt nicht mehr. Immer mehr in Rückstand geraten, wurde auch die Motivation für neue Blogeinträge immer kleiner.

Für all jene die mir die ersten Monate an den digitalen Lippen gehangen sind (und das waren anscheinend doch einige, danke für’s Lesen an dieser Stelle!), gibt es nun erfreuliche Nachrichten: Your friendly neighbourhood bear is back in town! Also lasset die Sektkorken knallen und haltet die Augen und Social Media-Kanäle offen, denn ich hab mir fest vorgenommen in meinem zweiten Jahr in China wieder regelmäßig von mir hören zu lassen!

Aber wo steige ich am besten wieder ein? Die Reisen im vergangenen Schuljahr sind schon Schnee von gestern und so ereignisreich, um ihm einen eigenen Blogeintrag zu widmen, war das restliche Schuljahr eigentlich auch nicht. Daher vielleicht zu Beginn einmal etwas anderes:

Im Kalenderjahr 2018 hat sich bei mir in Richtung Selbstfindung, Persönlichkeitsbildung und philosophische Weltansicht einiges getan. Freunde und Familie, mit denen ich im Sommer schon persönlich darüber gesprochen und diskutiert habe, werden nun vermutlich schmunzeln, aber in den nächsten Zeilen möchte ich mit euch ein Konzept teilen, dass ich liebevoll und irrsinnig kreativ „the Knowledge“ nenne. Manche werden sich jetzt denken: „Was labert der? Zu viel Räucherstäbchen-Luft in den buddhistischen Tempeln eingeatmet?“ So ähnlich… aber lest mal weiter und bildet euch dann eure Meinung. Eine Meinung bilden ist ein gutes Stichwort, denn genau darum geht es eigentlich bei der Knowledge. Für manche von euch wird es ohnehin auf der Hand liegen was nun folgt aber für mich persönlich war es eine Erkenntnis, die zwar vermutlich schon sehr lange in mir verankert war, die ich aber bis jetzt nicht aktiv zugelassen bzw. praktiziert habe. Was also ist die Knowledge? Die Kernaussage ist relativ leicht auf den Punkt gebracht: Liebe für alle, verurteile niemanden ohne seine oder ihre Geschichte zu kennen und versuche nicht deine Mitmenschen zu verändern sondern nur dich selbst! Das hört sich jetzt vielleicht ein bisserl schwülstig, biblisch und unglaublich einfach an, ist meiner Meinung nach in der Umsetzung allerdings irrsinnig schwer.

Dazu möchte ich auch zwei Erlebnisse mit euch teilen. Zum einen gab es in meinem unmittelbaren Freundeskreis vor einigen Monaten einen sehr prägenden Zwischenfall. Ich möchte aus Respekt gegenüber den Beteiligten nicht zu sehr ins Detail gehen, diejenigen die es betrifft, wissen ohnehin Bescheid. Auf jeden Fall sind Dinge passiert, die man sich nie im Leben auch nur vorstellen hätte können. Man selbst wird vor eine harte Prüfung gestellt und steht plötzlich vor der Entscheidung: „Glaube ich blind das, was mir von Medien oder anderen Quellen vermittelt wird und verurteile ich sofort oder versuche ich mir selbst ein Bild zu machen, Hintergründe zu erfahren und gebe Menschen eine zweite Chance?“ Ich bin sehr froh, dass ich scheinbar von Menschen umgeben bin, die ebenfalls die „Knowledge“ haben und sich in den meisten Fällen für die zweite Variante entscheiden würden.

Aber wie oft verurteilen wir wirklich Personen die uns ohnehin schon sehr nahe stehen? Viel eher verurteilen wir Menschen die wir kaum kennen, Fremde die plötzlich in unser Leben treten ode r sogar ganze Gruppen von Menschen, denen wir persönlich nie begegnen werden. Dabei gibt es zwei meines Erachtens zwei Möglichkeiten: Entweder wir versuchen diese Personen zu verändern, ihnen vorzuschreiben, was sie zu tun haben, wie sie auszusehen haben und was sie anzuziehen haben; oder aber wir bilden uns eine Meinung und stecken Menschen sofort in eine Schublade aus der wie sie nie wieder herausholen. In ganz tollen Fällen passiert zuerst das eine und dann das andere… Gemeinsam haben beide Optionen, dass solches Verhalten sehr bequem ist, da uns persönlich kaum negative Konsequenzen drohen, wenn wir jemand anderen verändern oder jemandem ein soziologisches Namensschild umhängen..

Dazu ein zweiter Schwank aus meinem vergangenen Jahr. Über Kasia habe ich jemanden getroffen, der mir auf Grund verschiedener Informationen, die ich über diese Person hatte, sofort unsympathisch war. Das ganze Jahr lang habe ich mich selbst dabei erwischt, wie ich mich wegen dieser Informationen dieser Person gegnüber alles andere als korrekt verhalten hab. Auf guat Deitsch gsagt: I woar a Oaschlach zu ihra! Ich hab also eigentlich genau das getan, was man vermeiden sollte. Über das letzte Jahr hinweg habe ich mehr über diese Person erfahren und bin mir nun im klaren, dass es absolut nicht in Ordnung war eine Person sofort in eine Schublade zu stecken, ohne auch nur zu versuchen sie zu verstehen bzw. mehr über ihren Hintergrund zu erfahren. Ich traue mich zu behaupten, dass es jedem von uns schon einmal passiert ist, dass wir gewisse Personen oder Personengruppen auf Grund ihrer Hautfarbe, Religion, Sexualität verurteilt haben. Aber sogar Vorlieben oder die Hobbys denen eine Person nachgeht, reichen oft schon aus um sie als sympathisch oder unsympathisch abzustempeln und sie in so eine förmliche Schublade zu stecken. Das ist halt einfach leicht machbar und bequem.

Was will ich mit diesem Geschwafle bezwecken? Vielleicht sollten wir uns alle das nächste Mal hinterfragen, wenn wir einem Mitmenschen, egal wie gut man ihn oder sie kennt, mit Negativität begegnen. Vielleicht sollten wir uns das nächste Mal gut überlegen, bevor wir einen Mitmenschen verletzen indem wir sein Aussehen, seine Einstellung oder seine Vorlieben verurteilen. Vielleicht sollten wir uns alle einfach einmal mehr um UNS SELBST kümmern als ständig zu versuchen, unsere Nasen in die Leben anderer zu stecken, die Schuld bei anderen zu suchen oder unsere Mitmenschen verändern zu wollen. Vielleicht wird unsere Gesellschaft eine bessere, wenn jede/r Einzelne aktiv versucht sich selbst zu bessern, seinen oder ihren Mitmenschen mit Respekt, Verständnis, positiven Vibes und einer gehörigen Portion Liebe zu begegnen.

Die treuen Leser werden sich bestimmt an das Pfadfinderlager in Island im vergangenen Sommer erinnern. Dieses Lager hatte das Motto CHANGE und wenn wir unsere Welt und unsere Gesellschaft zum positiven verändern wollen, müssen wir uns wohl zuerst selbst zum positiven verändern!

Klar ist, dass das vergangene Jahr einerseits natürlich große Veränderungen in meinem Leben gebracht. Neues Land, neuer Job, neue Lebnssituation. Andererseits möchte ich aber behaupten, dass ich persönlich diese Veränderung gesucht habe und im Moment dabei bin sie auszuführen. Und noch eines ist klar: Veränderung ist nicht einfach, ist oft furcht einflößend und manchmal tut sie weh, erfordert gewisse Opfer von uns. Aber nur wenn wir dazu bereit sind diese Schmerzen zu ertragen, diese Opfer zu bringen, nur dann können wir etwas bewegen. Nicht nur für uns selbst sondern für ein besseres Zusammen und Miteinander!

Pfuh…. Das war mal etwas.. anderes. Aus friendly neighbourhood bear wird friendly neighborhood philosophbear. Aber jetzt genug der Konfuzius-Duselei. Damit es nicht zu lange wird, leg ich hier mal einen Stop ein. Ich verspreche aber, dass ich ganz bald mit einem kleinen Sommerbericht wieder von mir hören werde!

In diesem Sinne, Bussi aufs Bauchi, #spreadtheknowledge,

euer friendly neighborhood philosophbeard

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